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Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung im engeren Monitoring-Gebiet

Um Risiken der Erwerbsteilhabe in der Region zu beschreiben, werden unter anderem Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung im engeren Monitoring-Gebiet betrachtet.

Zwei Kennzahlen werden für die 112 Städte und Gemeinden in der Region dargestellt: Die Anteile der Arbeitslosen an den von der Arbeitsmarktstatistik erfassten abhängigen zivilen Erwerbspersonen (Karte 1) sowie die Anteile der Unterbeschäftigten an derselben Bezugsgruppe (Karte 2). Die abhängigen zivilen Erwerbspersonen umfassen hier sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort, ausschließlich geringfügig entlohnte Beschäftigte am Wohnort sowie Arbeitslose und Unterbeschäftigte.

In die Gruppe der Unterbeschäftigten werden zusätzlich zu den als arbeitslos Registrierten auch jene Personen einbezogen, die an bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit teilnehmen oder die einen arbeitsmarktbedingten Sonderstatus haben, wie z. B. eine kurzfristige Arbeitsunfähigkeit. Es werden also weitere Personen berücksichtigt, die nach dem Sozialgesetzbuch nicht als arbeitslos gelten, denen jedoch eine reguläre Beschäftigung fehlt.


Verteilung der Arbeitslosigkeit

Im gesamten Monitoring-Gebiet sind Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung relativ zurückgegangen. Der Anteil der Arbeitslosen liegt 2015 insgesamt bei 6,4 %, 2011 betrug der Anteil noch 6,8 %. (Den rückläufigen Anteilen entspricht allerdings kein Rückgang der absoluten Arbeitslosenzahlen.) Auch der Unterbeschäftigtenanteil ist in diesem Zeitraum gesunken, von 9,6 % auf 8,5 %.

Die Spanne der Arbeitslosenanteile in den 112 Städten und Gemeinden reicht 2015 von 2,7 % bis 11,1 %. Die höchsten Anteile weisen Offenbach, Rüsselsheim, Hanau, Rüdesheim am Rhein und Dietzenbach auf. Auch die weiteren vier Großstädte im Monitoring-Gebiet haben eine überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit. Es zeichnet sich eine Achse der alten Industriestandorte entlang des Mains mit einer relativ hohen Arbeitslosigkeit ab. In weiten Teilen des Hochtaunuskreises und westlich und südlich von Mainz signalisieren dagegen sehr geringe Arbeitslosenanteile nahezu Vollbeschäftigung. Dieses Muster in der Region zeigte sich auch vier Jahre zuvor (2011).

Karte 1: Anteile Arbeitsloser in Städten und Gemeinden 2015 (engeres Monitoring-Gebiet) (Quelle: Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2017, Statistik der Bundesagentur für Arbeit 2017, eigene Berechnungen. Geodaten: GeoBasis-DE / BKG 2017, Karte erstellt mit QGIS)
Karte 1: Anteile Arbeitsloser in Städten und Gemeinden 2015 (engeres Monitoring-Gebiet) (Quelle: Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2017, Statistik der Bundesagentur für Arbeit 2017, eigene Berechnungen. Geodaten: GeoBasis-DE / BKG 2017, Karte erstellt mit QGIS)

Verteilung der Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung ist im Monitoring-Gebiet regional ähnlich verteilt wie die Arbeitslosigkeit. Der Anteil Unterbeschäftigter variiert zwischen den Kommunen 2015 von 3,5% bis 15,1%. Die höheren Unterbeschäftigtenanteile finden sich ‒ ähnlich wie beim Arbeitslosenanteil ‒ vor allem in den größeren Städten, insbesondere in Offenbach und Wiesbaden. Daneben weisen auch mittlere und kleinere Kommunen wie Hanau, Dietzenbach und Rüsselsheim sehr hohe Anteile an Unterbeschäftigten auf.

Karte 2: Anteile Unterbeschäftigter in Städten und Gemeinden 2015 (engeres Monitoring-Gebiet) (Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit 2017, eigene Berechnungen. Geodaten: GeoBasis-DE / BKG 2017, Karte erstellt mit QGIS)
Karte 2: Anteile Unterbeschäftigter in Städten und Gemeinden 2015 (engeres Monitoring-Gebiet) (Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit 2017, eigene Berechnungen. Geodaten: GeoBasis-DE / BKG 2017, Karte erstellt mit QGIS)

Entwicklung von Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung

Wird die relative Veränderung dieser Kennzahlen zwischen 2011 und 2015 betrachtet (Karten 3 und 4), dann treten sowohl bei Arbeitslosigkeit als auch bei Unterbeschäftigung unterschiedliche Entwicklungsverläufe unter den Kommunen hervor.

In der Mehrheit der betrachteten Kommunen (in 70 von 112 Städten und Gemeinden) ist die Anzahl der Arbeitslosen rückläufig. Von diesem Rückgang der Arbeitslosigkeit in der Region sind jedoch manche Städte und Gemeinden ausgenommen: In allen fünf Großstädten sowie in einigen Kommunen entlang der Achse zwischen Wiesbaden und Darmstadt und zwischen Darmstadt und Hanau steigen die Arbeitslosenzahlen, in ihnen konzentriert sich also Arbeitslosigkeit weiter. Hohe Veränderungsraten treten sowohl in Kommunen mit insgesamt wenigen Arbeitslosen bzw. Unterbeschäftigten auf als auch in Kommunen mit einer bereits hohen Konzentration dieser Personengruppen.

Karte 3: Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Städten und Gemeinden, 2011 bis 2015 (Quelle: Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2017, Statistik der Bundesagentur für Arbeit 2017, eigene Berechnungen. Geodaten: GeoBasis-DE / BKG 2017, Karte erstellt mit QGIS)
Karte 3: Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Städten und Gemeinden, 2011 bis 2015 (Quelle: Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2017, Statistik der Bundesagentur für Arbeit 2017, eigene Berechnungen. Geodaten: GeoBasis-DE / BKG 2017, Karte erstellt mit QGIS)

 

 

Karte 4: Entwicklung der Unterbeschäftigung in Städten und Gemeinden, 2011 bis 2015  (Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit 2017, eigene Berechnungen. Geodaten: GeoBasis-DE / BKG 2017, Karte erstellt mit QGIS)
Karte 4: Entwicklung der Unterbeschäftigung in Städten und Gemeinden, 2011 bis 2015 (Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit 2017, eigene Berechnungen. Geodaten: GeoBasis-DE / BKG 2017, Karte erstellt mit QGIS)

Bei der Veränderung der Unterbeschäftigung entsteht ein etwas anderes Bild als bei der Entwicklung der Arbeitslosigkeit: Die Zahlen Unterbeschäftigter gehen in einer noch größeren Zahl von Städten und Gemeinden zurück (in 88 von 112). Anders als bei den Arbeitslosenzahlen verzeichnen jedoch auch zwei der fünf Großstädte, Frankfurt und Wiesbaden, einen Rückgang. Und auch in mittelgroßen Städte wie Hanau und Dietzenbach, die einen hohen Bestand an Unterbeschäftigten haben, nimmt die Anzahl Unterbeschäftigter zwischen 2011 und 2015 ab. Die Unterbeschäftigung wächst nur in24 Kommunen, für vier Kommunen im Zentrum des engeren Monitoring-Gebiets ergibt sich ein relativ starker Anstieg.


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