{{ Suche }}

Das Projekt

Um ein Sozialmonitoring für das Umland des Frankfurter Flughafens umsetzen zu können, müssen wissen­schaftliche Analysen zunächst seine Grundlage sichern. Welche Auswirkungen des Flug­hafens sind wichtig und lassen sich erfassen? Und welche Indikatoren würden sich überhaupt eignen, um die Arbeits- und Lebens­verhältnisse der Bevölkerung und die Entwicklung der Kommunen abzubilden? Die Entwicklungs­phase soll diese Fragen klären.

Foto Untersuchungsgebiet (Quelle: Andre Zelck / UNH)
Bei einem Sozialmonitoring werden ausgewählte Siedlungsgebiete beobachtet. (Quelle: Andre Zelck / UNH)
  • Beobachtung der strukturellen sozialen Entwicklung im Umland des Flughafens
  • Forderung des Regionalen Dialogforums (RDF)
  • Pilotstudie: 2008
  • Start der Entwicklungsphase: 2016
  • Ende der Entwicklungsphase: 2020
  • Auftraggeber: Umwelt- und Nachbarschaftshaus
  • Kosten: 1,85 Mio. Euro

Warum ein Sozialmonitoring in der Flughafenregion?

Am Flughafen wird nicht nur Geld verdient und Beschäf­tigung nachgefragt, er wirft auch Fragen zu seinem Einfluss auf die soziale Entwicklung der Region und zur Beein­trächtigungen der Umwelt auf. Vor allem nach dem Bau der Startbahn West in den 1980er Jahren stieß die neuerliche Flughafen­erweiterung auf Kritik und Widerstand in der Bevölkerung. In einem Mediations­verfahren empfahlen Kritiker und Befürworter im Jahr 1998 Bedingungen und Begrenzungen für die zukünftige Entwicklung des Flughafens. Im Regionalen Dialogforum (RDF) sollten die Empfehlungen aus dem Mediations­verfahren weiter konkretisiert werden. Dazu gehörte die Forderung nach einem Sozialmonitoring, das frühzeitig anzeigt, wie der Flughafen die Sozial- und Wirtschafts­struktur der Region verändert.

2008 wurde eine Pilotstudie für ein Sozial­monitoring in sechs flughafen­nahen Städten und Gemeinden durchgeführt. Die zweite, aktuell laufende Vorstudie für ein Sozial­monitoring des Umwelt- und Nachbarschaftshauses greift diese Ergebnisse auf, geht aber über den Ansatz der Pilot­studie hinaus. Das UNH und das beauftragte wissenschaftliche Team legen nun ein wesentlich größeres Unter­suchungs­gebiet zugrunde, das deutlich mehr Gemeinden einschließt. Die ökonomische und soziale Entwicklung im Umfeld des Flughafens wird anhand vieler Daten berücksichtigt – das wissen­schaftliche Team sucht also möglichst breit nach Zusammen­hängen mit Wirkungen, die vom Betrieb des Flughafens ausgehen.


  • Monitoring = Daten regelmäßig erfassen, analysieren und bewerten
  • Sozialmonitoring = Soziale Entwicklungen vor Ort anhand einer begrenzten Anzahl von Indikatoren in mehreren Kommunen und/oder Teilgebieten beobachten

Was versteht man unter einem Sozialmonitoring?

In einem Monitoring werden, anders als in Vorstudien, Daten zu ausgewählten Themen oder Handlungs­feldern regelmäßig erfasst und ausgewertet. Entscheidend ist, dass die Beobachtung über einen längeren Zeitraum und regelmäßig durchgeführt wird – und hierfür eine begrenzte Anzahl von Indi­katoren vorliegt. Denn erst dann lassen sich Veränderungen und Entwick­lungen wiederholt und mit vertretbarem Aufwand beobachten.

Bei einem Sozial­monitoring geht es vor allem um die Beobachtung von strukturellen sozialen Entwick­lungen vor Ort, also um Beobachtungen, die für die Gebiete von Kommunen in einer Region oder/und für eigens abgegrenzte Teilgebiete in Kommunen angestellt werden. Ein Sozial­monitoring ist ein Instrument moderner kommunaler Sozialplanung, das Transparenz fördert und die Ent­scheidungs­grund­lagen kommunaler Sozial­politik und Stadt­entwicklungs­planung verbessert.

Die kreisfreien Städte der Region nutzen bereits inner­städtische Monitoring-Verfahren. Die Metropol­region Frankfurt-Rhein-Main führt ein Monitoring für Städte und Kreise durch; doch eine Beobachtung von Gemeinden und Teilgebieten mit dem Schwerpunkt auf dem Einfluss des Flughafens und nach einem gemeinsamen Ansatz gibt es bisher nicht.


Die aktuelle Entwick­lungs­phase

Im Dezember 2016 begann die aktuelle Entwicklungs­phase, in der das wissenschaftliche Team im Auftrag des UNH umfangreiche Analysen vornimmt, Annahmen überprüft, Daten aufbereitet und Indi­katoren entwickelt. Die Auswirkungen des Flughafens sollen in dieser Entwicklungs­phase möglichst breit in ihrem Zusammen­hang mit den Arbeits- und Lebens­verhältnissen in den umliegenden Kommunen untersucht werden. Zugleich sollen für den Bezug der nötigen Daten möglichst viele praktische Schritte eines späteren Monitorings erprobt werden. Hierfür legten das UNH und das beauftragte wissenschaftliche Team ein wesentlich größeres Untersuchungs­gebiet als in der Pilot­studie zugrunde, das deutlich mehr Gemeinden einschließt.

Wenn die Entwicklungen der Kommunen zusammen mit wichtigen Wirkungen des Flughafens probeweise erfasst wurden und Daten auf Städte- und Gemeinde­ebene und für kleinere Teilgebiete aufbereitet worden sind, kann entschieden werden, ob und in welchem Umfang ein Sozial­monitoring der Flughafen­­region sinnvoll ist.


Was wird in der Entwick­lungs­phase untersucht?

Wie entwickeln sich Wert­schöpfung, Beschäftigung und Steuer­aufkommen in der Region – und gibt es direkte oder indirekte Wirkungs­zusammen­hänge zum Flughafen? Wie entwickeln sich die Städte und Gemeinden durch Zusammen­setzung, Wanderung und Haushalts­struktur der Bevölkerung – und müssen Wirkungen des Flughafens hierbei berücksichtigt werden? Welche Auswirkungen des Flughafens überhaupt können gut, welche nur mit erheblichem Aufwand erhoben werden? Und was folgt hieraus für die ökonomischen, sozialen und persönlichen Teilhabe­bedingungen, mit denen Einwohner vor Ort umgehen müssen? Diesen Fragen widmet sich das wissen­schaftliche Team in der Entwicklungsphase. Die Antworten bilden die Grundlage für den Aufbau eines möglichen Sozial­monitorings.


Was leistet die Entwick­lungs­phase?

Die Teilgebiete der Flughafen­region sind unter­einander wirtschaftlich, sozial und infra­strukturell eng verflochten. Sie unterscheiden sich allerdings nach ihrer Siedlungs- und Bevölkerungs­struktur, nach den typischen Lebenslagen ihrer Wohn­bevölkerung, nach den ansässigen Unter­nehmen und ihrer Wert­schöpfung sowie nach Dichte und Qualität der Arbeitsplätze.


Auftraggeber und Finanzierung

Auftraggeber der Entwicklung eines Sozial­monitorings ist das Umwelt- und Nachbar­schaftshaus (UNH), eine Tochter des Landes Hessen und Geschäfts­stelle des Forum Flughafen und Region (FFR). Eine zentrale Aufgabe des UNH ist es, neutrale und transparente Informationen und Daten zu den Auswir­kungen des Frankfurter Flughafens auf die Region bereitzustellen. Dem bereits bestehenden Fluglärm- und Umwelt­monitoring soll ein Sozial­monitoring zur Seite gestellt werden, wenn sich die flughafen­bezogene soziale (sozioökonomische) Entwicklung der Kommunen hinreichend beobachten lässt. Die Kosten von ca. 1,85 Millionen Euro für die Entwicklungs­phase zum Sozial­monitoring trägt das Umwelt- und Nachbar­schaftshaus.


Sie haben Fragen?

Sprechen Sie uns an

Gemeinnützige Umwelthaus GmbH
Rüsselsheimer Str. 100
65451 Kelsterbach

Tel. +49 6107 98868-0
Fax +49 6107 98868-19