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Das Projekt: Sozialmonitoring in der Erkundung

Um ein Sozialmonitoring für das Umland des Frankfurter Flughafens umsetzen zu können, müssen wissen­schaftliche Analysen zunächst seine Grundlage sichern. Welche Auswirkungen des Flug­hafens sind wichtig und lassen sich erfassen? Welche Indikatoren würden sich eignen, um die Arbeits- und Lebens­verhältnisse der Bevölkerung und die Entwicklung der Kommunen abzubilden? Und wie schwerwiegend wären die langfristig zu beobachtenden Auswirkungen – rechtfertigten sie, dass ein Monitoring eingerichtet würde? Die Exploration soll diese Fragen klären; sie kann dabei nicht auf vorgefertigte Konzepte zurückgreifen und muss „erkundend“ vorgehen.

Foto Untersuchungsgebiet (Quelle: Andre Zelck/UNH)
Bei einem Sozialmonitoring werden ausgewählte Siedlungsgebiete beobachtet. (Quelle: Andre Zelck/UNH)
  • Beobachtung der strukturellen sozialen Entwicklung im Umland des Flughafens
  • Forderung des Regionalen Dialogforums (RDF)
  • Pilotstudie: 2008
  • Start der Explorationsphase: 2016
  • Ende der Explorationsphase: 2023
  • Auftraggeber: Umwelt- und Nachbarschaftshaus
  • Kosten (aktueller Stand): 1,85 Mio. Euro

Warum ein Sozialmonitoring in der Flughafenregion explorieren?

Am Flughafen wird nicht nur Geld verdient und Beschäf­tigung nachgefragt; er wirft auch Fragen zu seinem Einfluss auf die soziale Entwicklung der Region und zur Beein­trächtigungen der Umwelt auf. Vor allem nach dem Bau der Startbahn West in den 1980er Jahren stieß die neuerliche Flughafen­erweiterung auf Kritik und Widerstand in der Bevölkerung. In einem Mediations­verfahren empfahlen Kritiker und Befürworter im Jahr 1998 Bedingungen und Begrenzungen für die zukünftige Entwicklung des Flughafens. Im Regionalen Dialogforum (RDF) sollten die Empfehlungen aus dem Mediations­verfahren weiter konkretisiert werden. Dazu gehörte die Forderung nach einem Sozialmonitoring, das frühzeitig anzeigt, wie der Flughafen die Sozial- und Wirtschafts­struktur der Region verändert.

2008 wurde eine Pilotstudie für ein Sozial­monitoring in sechs flughafen­nahen Städten und Gemeinden durchgeführt. Die Exploration des Umwelt- und Nachbarschaftshauses greift diese Ergebnisse auf, geht aber über den Ansatz der Pilot­studie hinaus: Das UNH und die beauftragten wissenschaftlichen Arbeitsgruppen legen ein wesentlich größeres Unter­suchungs­gebiet zugrunde, das deutlich mehr Gemeinden einschließt. Die ökonomische und soziale Entwicklung im Umfeld des Flughafens wird anhand vieler Daten berücksichtigt – die wissen­schaftlichen Arbeitsgruppen suchen also möglichst breit nach Zusammen­hängen mit Wirkungen, die vom Betrieb des Flughafens ausgehen.


  • Monitoring = Daten regelmäßig erfassen, analysieren und bewerten
  • Sozialmonitoring = Soziale Entwicklungen vor Ort anhand einer begrenzten Anzahl von Indikatoren in mehreren Kommunen und/oder Teilgebieten beobachten

Was versteht man unter einem Sozialmonitoring?

In einem Monitoring werden, anders als in Vorstudien oder in der noch laufenden Exploration, nur wenige Daten zu wichtigen Themen oder Handlungs­feldern benutzt und ausgewertet. Entscheidend ist vielmehr, dass die Beobachtung über einen längeren Zeitraum und regelmäßig durchgeführt wird – und hierfür eine begrenzte Anzahl von leicht zu erfassenden Indi­katoren vorliegt. Denn erst dann lassen sich Veränderungen und Entwick­lungen wiederholt und mit vertretbarem Aufwand beobachten.

Bei einem Sozial­monitoring geht es vor allem um die Beobachtung von strukturellen sozialen Entwick­lungen vor Ort, also um Beobachtungen, die für die Gebiete von Kommunen in einer Region oder/und für eigens abgegrenzte Teilgebiete in Kommunen angestellt werden. Ein Sozial­monitoring ist ein Instrument moderner kommunaler Sozialplanung, das Transparenz fördert und die Ent­scheidungs­grund­lagen kommunaler Sozial­politik und Stadt­entwicklungs­planung verbessert.

Die kreisfreien Städte der Region nutzen bereits inner­städtische Monitoring-Verfahren. Die Metropol­region Frankfurt-Rhein-Main führt ein Monitoring für Städte und Kreise durch; doch eine Beobachtung von Gemeinden und Teilgebieten mit dem Schwerpunkt auf dem Einfluss des Flughafens und nach einem gemeinsamen Ansatz gibt es bisher nicht.


Die aktuelle Projekt­phase: Exploration

Im Dezember 2016 begann die Erkundungsphase, in der die wissenschaftlichen Arbeitsgruppen im Auftrag des UNH umfangreiche Analysen vornehmen, Annahmen überprüfen, Daten aufbereiten und Indi­katoren entwickeln. Die Auswirkungen des Flughafens sollen in dieser Projektphase möglichst breit in ihrem Zusammen­hang mit den Arbeits- und Lebens­verhältnissen in den umliegenden Kommunen untersucht werden. Zugleich sollen für den Bezug der nötigen Daten möglichst viele praktische Schritte eines etwaigen späteren Monitorings erprobt werden. Hierfür legten das UNH und die beauftragten wissenschaftlichen Arbeitsgruppen ein wesentlich größeres Untersuchungs­gebiet als in der Pilot­studie zugrunde, das deutlich mehr Gemeinden einschließt.

Wenn die Entwicklungen der Kommunen zusammen mit wichtigen Wirkungen des Flughafens probeweise erfasst wurden und Daten auf Städte- und Gemeinde­ebene und für kleinere Teilgebiete aufbereitet worden sind, kann entschieden werden, ob und in welchem Umfang ein Sozial­monitoring der Flughafen­­region sinnvoll ist.


Was wird in der Exploration untersucht?

Wie entwickeln sich Wert­schöpfung, Beschäftigung und Steuer­aufkommen in der Region – und gibt es direkte oder indirekte Wirkungs­zusammen­hänge mit dem Flughafen? Wie entwickeln sich die Städte und Gemeinden durch Zusammen­setzung, Wanderung und Haushalts­struktur der Bevölkerung – und müssen Wirkungen des Flughafens hierbei berücksichtigt werden? Welche Auswirkungen des Flughafens überhaupt können gut, welche nur mit erheblichem Aufwand erhoben werden? Und was folgt hieraus für die ökonomischen, sozialen und persönlichen Teilhabe­bedingungen, mit denen Einwohner vor Ort umgehen müssen? Die Antworten bilden die Grundlage für den Aufbau eines möglichen Sozial­monitorings.

Was leistet die Exploration darüber hinaus?

Die Teilgebiete der Flughafen­region sind unter­einander wirtschaftlich, sozial und infra­strukturell eng verflochten. Sie unterscheiden sich allerdings nach ihrer Siedlungs- und Bevölkerungs­struktur, nach den typischen Lebenslagen ihrer Wohn­bevölkerung, nach den ansässigen Unter­nehmen und ihrer Wert­schöpfung sowie nach Dichte und Qualität der Arbeitsplätze.


Auftraggeber und Finanzierung

Auftraggeber der Entwicklung eines Sozial­monitorings ist das Umwelt- und Nachbar­schaftshaus (UNH), eine Tochter des Landes Hessen und Geschäfts­stelle des Forum Flughafen und Region (FFR). Eine zentrale Aufgabe des UNH ist es, neutrale und transparente Informationen und Daten zu den Auswir­kungen des Frankfurter Flughafens auf die Region bereitzustellen. Dem bereits bestehenden Fluglärm- und Umwelt­monitoring soll ein Sozial­monitoring zur Seite gestellt werden, wenn sich die flughafen­bezogene soziale (sozioökonomische) Entwicklung der Kommunen hinreichend beobachten lässt. Die Kosten von ca. 1,85 Millionen Euro für die Entwicklungs­phase zum Sozial­monitoring trägt das Umwelt- und Nachbar­schaftshaus.


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